Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht

Es sieht so aus, als hätte der deutschsprachige Kriminalroman in diesem Frühjahr einen guten Lauf.
Mit Oliver Bottini etwa: In seinem siebten Roman begibt er sich noch weiter als bisher auf das Terrain des internationalen Politthrillers. Ein paar Tage Licht erreicht in seiner Vielschichtigkeit und Verzwicktheit der Intrige die Komplexität vergleichbarer Romane aus jüngster Zeit, etwa von Robert Wilson oder Michael Robotham.
In Algerien suchen und verfolgen einerseits Militär und Geheimdienst, andererseits der ins Ausland abgeordnete BKA-Beamte Ralf Eley die Spuren des entführten deutschen Rüstungsingenieurs Peter Richter und seiner Entführer. Diese geben sich als Islamisten aus, gehören jedoch einer geheimen, eher an westlich-demokratischen Werten orientierten Widerstandsbewegung an.
Parallel zu diesem, durch internationale Liebes- und Loyalitätsverwicklungen weiter aufgeladenen Handlungsstrang zerren in Deutschland entgegengesetzte politische und wirtschaftliche Kräfte an neuen Rüstungsdeals mit dem arabischen Land, das als Bollwerk gegen islamistische „Fehl“-Entwicklungen der Arabellion strategische Bedeutung hat. Bottini gelingt es, komplizierte politische, kulturelle und kriminelle Aktivitäten spannend und intellektuell anregend zu erzählen. Kein Wunder, dass er sofort von Null auf Platz 2 der KrimiZEIT-Bestenliste im April gerutscht ist.

Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht
Dumont, 512 S., 19,99 €

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