Schlagwort-Archive: Südafrika

Krimi Global

Literaturnachrichten 4-18

Einen kleinen Ausblick auf die glänzende Gegenwart und Zukunft der internationalen Kriminalliteraur geben die Literaturnachrichten von Litprom.
Thomas Wörtche dröselt in seinem Einleitungsbeitrag Kriminalliteratur als globalen Code auf, der die Spannungen zwischen Gerechtigkeit und Wirklichkeit, Aufklärung und Aufklärbarkeit immer wieder neu so ent- und verschlüsselt, dass die Wahrnehmungskonstruktionen, die wir so mit uns im Kopf herumschleppen, erschüttert und aufgeraut werden.
Da mit das nicht so abstrakt bleibt, sondern konkret wird, werden in den folgenden Interviews und Porträts wichtige Autoren der globalen Kriminalliteratur vorgestellt, vor allem die, die an den Litpromliteraturtagen am 25. und 26. Januar 2019 in Frankfurt am Main teilnehmen werden.

Neben vielen anderen aus der Zunft bin ich mit zwei kleinen Beiträgen in den Literaturnachrichten vertreten: mit einem Porträt von Deon Meyer und einer Rezension zu Nii Parkes‚ „Spur des Bienenfressers“, ein Beispiel dafür, dass auch ein Dorfjäger seine Methoden zum globalen Code beiträgt.

Andrew Brown: Teuflische Saat

Reise ins Herz der Finsternis des Südsudan

Teuflische Saat von Andrew Brown

 

Zurück aus einem langen erholsamen Urlaub (in der sanften Bourgogne) holt mich die jüngste Vergangenheit ein: jetzt ist in den „Literaturnachrichten„, die vier Mal im Jahr als Beilage in der taz erscheinen, meine Rezension zu Andrew Browns „Teuflische Saat“ erschienen. Hier der vollständige Text:

 

Für die deutschen Leser seines ersten Romans „Schlaf ein, mein Kind“ schrieb Andrew Brown 2009 ein kleines Vorwort. Darin betonte er: „Ich habe die zweifelhafte Ehre, in südafrikanischen Gerichten sowohl als verurteilter Gefangener (unter dem Apartheidsregime), als Verteidiger für den Angeklagten, als Polizeireservist, der als Zeuge einer Verhaftung vorgeladen wurde, als auch als Richter angetreten zu sein (…). Diese

Weiterlesen

Mike Nicol: Korrupt

Trekkersburg und Jacob Zumas Abgang

In seinem Thriller Korrupt nimmt Mike Nicol das Ende des korrupten ANC-Chefs  und südafrikanischen Präsidenten vorweg

Am 15. Februar war es so weit: Jacob Zuma, einer der korruptesten Politiker Afrikas, musste seinen Abschied nehmen. 13 Stunden soll der letzte Überredungsmarathon gedauert haben, bei dem die  ANC-Führung den Kleptokraten vom Thron des Staatspräsidenten  stieß.
Der südafrikanische Autor Mike Nicol, Gegner der Apartheid und publizistischer Begleiter der Demokratisierung Südafrikas von Beginn an, hat ihm in Korrupt, dem zweiten Band seiner Serie um Vicki Kahn und Fish Pescado ein Schandmal gesetzt. Als Nicol 2012/13 daran schrieb, tobte gerade in der südafrikanischen Presse und Politik die Erregung über den Millionenbetrag, mit dem Zuma seinen Landsitz Nkandla in KwaZulu-Nathal angeblich aus Sicherheitsgründen in ein Luxusresort ausgebaut hatte. Die Verluste, die dem Staat und damit der öffentlichen Wohlfahrt allein aus dieser privaten Bereicherung entstanden, bezifferte eine unabhängige Untersuchungskommission auf 155 Mio. Rand (ca. 10 Mio. €).
Im finalen Showdown des Romans gibt Nicol einen satirisch zugespitzten Einblick in die Welt aus Speichelleckerei, sexueller Misshandlung und kruder Gewalt, die auf dem Landsitz  des

Weiterlesen